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Oberlausitzer Kurier * Niederschlesischer Kurier *

Schiebock wählt "Miss Oberlausitz"

In Bischofswerda kürten die Oberlausitzer die Schönste aus ihrer Mitte.

Gegen zehn junge Damen zwischen 17 und 23 Jahren konnte sich Katja Neumann aus Neugersdorf durchsetzen. Sie darf sich nun "Miss Oberlausitz 2006³ nennen.

Bischofswerda. Sonntag, 15.00 Uhr. Neugierige Blicke schweifen durch ein Bischofswerdaer Möbelhaus. Hier soll in wenigen Minuten die Wahl zur Miss Oberlausitz 2006 stattfinden. Feste Freunde, Familienangehörige und Bekannte tuscheln aufgeregt, sind gespannt, wie sich "ihr Mädel³ gleich präsentieren wird. Andere, die zufällig vorbeigekommen sind, verharren einen Moment hier. "Könnte ja interessant werden³, scheinen sie zu denken.

15.15 Uhr: Gerade noch im akademischen Viertelstündchen nimmt die Jury ihren Platz ein. Autohaus-Mitarbeiter Sylvio Schubert, Rechtsanwalt Jörg Funke, Schauspieler Thomas Schulze, Kosmetik-Vertreter Franz Fuß und die "Miss Zwickau 2006³ Heidi Koch werden die 17- bis 23-jährigen Kandidatinnen bewerten. Vor allem Heidi Koch wird die Mädels in Bischofswerda besonders kritisch mustern, muss doch die Siegerin im Dezember zur "Miss Sachsen³-Wahl im direkten Vergleich gegen die junge Frau aus Zwickau antreten.

Dass die Messlatte zumindest an diesem Sonntag hoch liegt, beweist Katja Neumann gleich zu Beginn. Die 23-jährige Neugersdorferin ist Miss Wahl-erfahren, nahm schon 2005 und 2004 an ähnlichen Wettbewerben des Veranstalters teil. Ihr strahlendes Lächeln immer auf Publikum und Jury gerichtet, erzählt sie von ihrer Arbeit in einem Dresdener Krankenhaus, zu der sie täglich pendelt. "Aber nicht mehr mit dem Motorrad. Das haben wir erst einmal verkauft³, meint die große Blondine. Mit einem ähnlich sportlichen Hobby kann auch Jasmin Quinot aus Bautzen aufwarten. In einem apfelgrünen Kleid ­ geborgt von der Schwester des Freundes ­ schreitet sie als Zweite dieses Nachmittags die Wendeltreppe hinunter, um sich den kritischen Blicken von Jury und Publikum zu stellen. "Bei mir zu Hause hängt ein Boxsack, an dem ich meinen Ärger herauslassen kann³, erzählt die 17-Jährige in der Vorstellungsrunde.

Noch viele Überraschungen warten in dieser Runde auf das Publikum. Da ist die 23-jährige Anne Grajcarek, die in ihrer Freizeit am liebsten jagen geht und fachmännisch über das Oberlausitzer Schwarz- und Muffelwild informiert. Oder die Bautzener Tanzlehrerin Monique Strietzel, der das Tanzen über alles geht. Für tosenden Applaus sorgt als einzige Bischofswerdaer Teilnehmerin Carolina Haase. Für die angehende Kfz-Mechatronikerin und begeisterte Extremsportlerin ist die Miss-Wahl ein Ausgleich. "Mal schauen, wie so etwas ist³, sagt sie noch ganz aufgeregt. "Einfach nur einmal mitmachen³, wollte auch Elisa Fritsche. Die 17-jährige Görlitzerin hat es als letzte der elf Kandidatinnen besonders schwer, die Jury von sich zu überzeugen. "Ich hab zuletzt alleine oben gesessen und ganz schön gezappelt vor Aufregung³, verrät sie. Über eine Stunde dauert es, bis sich alle elf Kandidatinnen in ihren Abendroben vorgestellt haben.

Während sie sich in nur einer halben Stunde für die zweite Runde vorbereiten müssen, kann die Jury schon einmal die erste Bilanz ziehen. "Bloß gut, dass die Mädchen zum Schluss alle noch einmal aufgetreten sind, denn nach den letzten Teilnehmerinnen hat man die ersten schon gar nicht mehr vor Augen³, weiß Sylvio Schubert, der zum ersten Mal in einer solchen Miss-Wahl-Jury sitzt. "Ich habe meine Punkte gerade noch einmal anders verteilt³, berichtet er. Und worauf hat Heidi Koch bei ihren Konkurrentinnen besonders geachtet? "Ich habe beobachtet, wie sich die Kandidatinnen ausdrücken, ob sie lächeln und wie sie sich bewegen³, verrät sie. "Natürlich achtet man automatisch darauf, welche Besonderheiten die anderen haben und ich vielleicht nicht³, so Heidi Koch.

Währenddessen schminken sich elf junge Damen neu, tragen ein letztes Mal Selbstbräuner, Körperlotion oder Glitzerpuder auf, ehe sie in ihre hohen Sandeletten schlüpfen, um ein weiteres Mal vor Jury und Publikum zu laufen. Nichts mehr verbergen können die elf Miss-Anwärterinnen in Runde zwei, als sie gegen 17.00 Uhr in Bikinis über den provisorischen Laufsteg schreiten. Bei manchen ist die Anspannung nach der ersten Runde abgefallen, sie präsentieren sich stolz mit Tatoo oder Bauchnabel-Piercing den neugierigen Blicken der Bischofswerdaer und drehen gleich noch eine zweite Runde auf dem Laufsteg. Andere wiederum drapieren ihr Nummernschild gekonnt, um damit von ihren Problemzonen an Bauch oder Oberschenkeln abzulenken. Denn beim letzten Gruppenbild ­ im direkten Vergleich mit den anderen Schönheiten, wird auch das kleinste Manko sichtbar. "Geschafft³, freuen sich die Kandidatinnen und stoßen einen gemeinsamen Freudenschrei aus, als sie ihren Umkleideraum erreichen.

Ab 17.30 Uhr heißt es für sie warten, solange bis die Jury ihre Bewertung abgeschlossen hat und auch jeder aus dem Publikum seine Stimme abgeben konnte. In Windeseile sind sie umgezogen, haben wieder ihre Abendkleider an und warten. "Die Zeit scheint überhaupt nicht zu vergehen³, meint eine Kandidatin. Doch kurz vor 18.00 Uhr wird es ernst. Die Titelmusik der Misswahl ertönt in voller Lautstärke, der Moderator macht es spannend, verkündet zunächst nur die Drittplatzierte und die Vize-³Miss Oberlausitz³. Stefanie Große aus Dresden freut sich sichtlich über ihren dritten Platz. Auch Jasmin Quinot ist glücklich über Platz zwei. Die anderen neun Kandidatinnen zittern noch ­ wer wird "Miss Oberlausitz 2006³? Dann endlich heißt es: "Die Nummer eins ist auch die Eins! OMiss Oberlausitz 2006¹ ist Katja Neumann aus Neugersdorf!³ Die kann es noch nicht fassen, schlägt sich die Hände vors Gesicht, ehe sie noch sprachlos Glückwünsche, Schärpe und Krone entgegen nimmt. Während damit die Show für acht andere junge Frauen vorbei ist, lassen sich die drei Ersten zu den Klängen von "The winner takes it all³ feiern, fallen ihren Freunden in die Arme und posieren für zahlreiche Fotos.

Katrin Geipel


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